„Weh mir, wo nehm‘ ich, wenn es Winter ist,
die Blumen, und wo den Sonnenschein?“

Friedrich Hölderlin


Susan

 

 

Johanniskraut

Ein Fläschchen Sommerglut für alle Fälle

Es mag etwas Ergreifendes, fast Beglückendes haben, sich an trüben Wintertagen von ganzem Herzen der Melancholie hinzugeben. Sich hängen lassen, bis man sich vor lauter Wehmut kaum mehr aufrappeln kann. Calendulas hat etwas dagegen: Herrgottsblut. Wenn das nicht hilft! Lateinisch Hypericum perforatum, oder einfach Johanniskraut. Sein Öl fliesst so göttlich rot, dass sich die Heilkraft gegen seelische Verstimmungen mit Händen greifen lässt.

 

Die bescheidene Pflanze, die uns Ende Juni mit ihrer goldgelben Blütenfülle auf Brachland, am Rand von Äckern, Mauern und Wegen in kräftigem Gelb entgegen leuchtet, ist ein Heilkraut der Superlative. Stellen Sie sich vor, es ist Hochsommer, wir feiern die Sommersonnenwende mit einem Johannisfeuer, wir tafeln und trinken, tanzen und singen, und rundum blüht das Johanniskraut, wie jedes Jahr, wenn Johannes der Täufer Namenstag feiert.

 

Susan
Foto Boga Bern, Markus Bürki

 

In diesen knie- bis hüfthohen Pflanzen stecken Kraft, Licht und sommerliche Lebenslust, wie sie Leib und Seele angesichts drohender Winterdepressionen so dringend gebrauchen. Jede der zahllosen Blüten mit ihren fünf goldgelben Kelchblättern strahlt selbst schon wie eine Sonne - oder wie eine Königskrone. Corona Regia heisst die Pflanze in mittelalterlichen Kräuterbüchern, weil die Blüten einem himmlischen Strahlenkranz gleichen.

 

Gewiss: So leicht man in eine Depression fallen kann, so leicht findet man allein mit Sommergedanken nicht unbedingt wieder hinaus. Zum Glück enthält Johanniskraut Wirkstoffe, in denen schon der kluge Paracelsus einst ein „gross arcanum“ sah. Seither sind wir dem „grossen Geheimnis“ etwas näher gekommen: Pharmakologen haben eine ganze Reihe Substanzen analysiert und darin die gleichen Wirkmechanismen wie in synthetischen Antidepressiva erkannt. Im Öl des Johanniskrauts verbinden sich Hyperforin und Hypericin mit den Flavonoiden der gelben Farbstoffe sowie mit Sesquiterpen Spathulenol. Das wirkt auf uns wie umgewandeltes Sonnenlicht. Blätter und Blüten nehmen die Kräfte des Lichts und der Sonne in sich auf und geben sie weiter an uns.

 

Doch Extrakt aus unserem Herrgottsblut stärkt nicht nur die Seele bei Niedergeschlagenheit und nervöser Unruhe. Ich nutze es auch zur Heilung von Schnitt- und Stichwunden, leichteren Verbrennungen, Rückenschmerzen und Neuralgien. Nicht zuletzt bewährt sich das Öl zur Narbenbehandlung. Das Narbengewebe wird wieder weich und geschmeidig.

 

Gut zu wissen. Bei Wunden und einer wunden Seele hilft kein Wunder weiter. Aber Johanniskraut. Calendulas hält eine Notapotheke gefüllt mit den Schätzen von Mutter Natur bereit.

 

 

 

 

Susan Grimm, Telefon 055 511 21 61, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!